Die kurze Antwort: ja, 100 Euro passen
Wenn du eingeladen bist und dem Paar nahestehst, liegst du mit 100 Euro genau richtig. Diese Summe gilt seit Jahren als die solide Mitte, an der sich viele Gäste orientieren. Du wirkst damit weder knauserig noch drängst du dem Paar ein überzogenes Geschenk auf. Wichtig ist nur, dass der Betrag zu deiner Beziehung zum Brautpaar und zu deinem eigenen Budget passt.
Eine eiserne Regel gibt es nicht, und das ist gut so. Niemand führt am Hochzeitstag Buch über die Höhe der Geschenke. Der Wert von 100 Euro ist eher ein verlässlicher Anker, der dir die Unsicherheit nimmt, ob du daneben liegst.
Faustregeln nach Nähe und Verwandtschaftsgrad
Je enger die Bindung, desto großzügiger fällt das Geschenk meist aus. Als Arbeitskollege oder entfernter Bekannter bewegst du dich oft zwischen 50 und 80 Euro. Für gute Freunde sind 100 Euro die typische Größe. Geschwister, Trauzeugen oder enge Familie geben häufig 150 Euro und mehr, manchmal auch deutlich darüber, je nach finanziellen Möglichkeiten.
Diese Zahlen sind Richtwerte, keine Pflicht. Wer gerade ein Studium stemmt oder selbst eine Familie versorgt, darf ohne schlechtes Gewissen weniger geben. Das Paar wird ein ehrlich gemeintes Geschenk in jeder Höhe zu schätzen wissen.
Zu zweit eingeladen? So rechnet man
Kommst du mit Partnerin oder Partner, wird in aller Regel pro Person gerechnet. Aus 100 Euro für eine Einladung werden dann ungefähr 150 bis 200 Euro für zwei. Der Hintergrund ist nachvollziehbar, denn das Paar trägt für jeden Gast Kosten für Essen, Getränke und den Platz im Saal.
Du musst den Betrag nicht exakt verdoppeln. Eine runde Summe, die ihr beide gemeinsam tragt, reicht völlig. Als Faustregel gilt: Das Geschenk sollte grob die Bewirtung decken und ein kleines Plus für das Paar übrig lassen.
Geld, Sachgeschenk oder Wunschliste
Geld ist bei Hochzeiten nach wie vor beliebt, weil viele Paare auf eine Reise oder die gemeinsame Wohnung sparen. Wenn du dich für Bargeld entscheidest, verpacke es kreativ und leg eine persönliche Karte dazu, damit es nicht beliebig wirkt. So bleibt der Gedanke spürbar, auch ohne ein Objekt in der Hand.
Hat das Paar eine Wunschliste angelegt, ist das dein einfachster Weg zu einem treffsicheren Geschenk. Du weißt genau, dass es ankommt, und kannst mehrere Gäste eine größere Position teilen lassen. Ein durchdachtes Sachgeschenk im Wert von rund 100 Euro funktioniert ebenso, sofern es zum Geschmack der beiden passt.
Wann mehr und wann weniger angemessen ist
Mehr als 100 Euro sind sinnvoll, wenn du zur engsten Familie gehörst, gemeinsam mit deinem Partner kommst oder das Fest erkennbar aufwendig ist. Auch wenn das Paar dir selbst zur eigenen Hochzeit großzügig geschenkt hat, darfst du das berücksichtigen. In solchen Fällen wirken 150 Euro und mehr stimmig.
Weniger ist völlig in Ordnung, wenn dein Budget begrenzt ist, du nur lose zum Paar gehörst oder zur reinen Feier am Abend kommst. Ein liebevoll ausgesuchtes Geschenk für 60 Euro schlägt eine widerwillig gezahlte hohe Summe in jedem Fall.
Sachgeschenke um 100 Euro und die persönliche Note
Für den gemeinsamen Haushalt liegst du mit Küchengeräten oft goldrichtig, etwa einer hochwertigen Espressomaschine, einem Standmixer oder einem schönen Pfannenset. Auch ein edles Bettwäsche-Set, ein Raclette für Gästeabende oder ein Gutschein für ein gemeinsames Dinner treffen das Budget gut. Achte darauf, dass es etwas ist, das die beiden im Alltag wirklich nutzen.
Eine Gravur hebt ein Sachgeschenk spürbar an. Die Initialen des Paares auf zwei Weingläsern oder das Hochzeitsdatum auf einem Schneidebrett machen aus einem Standardartikel etwas Eigenes. Bei der Übergabe gilt: Geld und Karten reichst du dezent beim Empfang oder legst sie in die dafür vorgesehene Box. Größere Pakete kündigst du besser vorher an, damit sie das Paar am Tag selbst nicht herumtragen muss.